Projektbesuch im Bagrot Tal im Juni 2014

Das Versuchsprojekt aus dem vergangenen Jahr, die Beschulung gehörgeschädigter Kinder zeigt erste Erfolge:

Im Juni haben wir die Klasse im Dorf Farfui besucht. Drei Schüler und eine Schülerin (7 – 12 Jahre) nehmen regelmäßig am Unterricht teil. Zwei der drei Schüler und eine Schülerin haben im Frühjahr ihr Jahresexamen der zweiten Klasse an der staatlichen Mädchenschule am Ort abgelegt. Die Drei haben Bestnoten erreicht und die Regelschülerinnen abgehängt! Lehrerin Nabila, selbst gehörlos, ist unsagbar stolz auf dieses Ergebnis, die Drei ebenso. Wir hoffen, dass dieses Ergebnis Schule macht.

Lehrerin Nabila hat ihre Schüler/-innen vor einigen Monaten mit einer Schuluniform ausgestattet. An Pakistans Schulen ist es üblich, eine Schuluniform zu tragen. Nabila legt großen Wert darauf, dass die kleine Klasse als Schule wahrgenommen wird. Ihre Schützlinge ebenfalls.

Der vierte Schüler ist noch jung (7 Jahre) und sehr unruhig. Er wird von seiner Mutter in die Zwergschule begleitet. Ob er dauerhaft den Unterricht besuchen kann, wird Nabila in einigen Monaten entscheiden. Das hängt vom Verlauf der Integration in die kleine Klasse ab.

Gemeinsam mit einigen Lehrern bemühen wir uns darum, dass die Zwergschule nach den Sommerferien in die Räume der nahegelegenen BASE Public School umziehen kann. Bisher findet der Unterricht abseits der Schulpfade vormittags in einem Privatraum im Dorf Farfui statt. Anliegen ist, die kleine Klasse und ihre Lehrerin in einen normalen Schulbetrieb zu integrieren. Die nahegelegene Mädchenschule im Dorf Farfui platzt leider aus allen Nähten. Hier ist kein Platz. Die BASE Public School hat ein kleines Klassenzimmer frei und liegt in der Mitte des Tales zwischen den Dörfern, aus denen die vier Schüler/-innen kommen. Für die Ausstattung des Klassenraumes werden wir aus den Spenden sorgen. Der Unterricht an der BASE School findet nachmittags statt. Die kleine Klasse soll nach den Sommerferien, im September umziehen. Vorausgesetzt, alle Betroffenen stimmen dem Umzug zu.

Das Angebot zur Beschulung benachteiligter Kinder in drei weiteren Dörfern trägt noch keine Früchte. Hier fanden sich auf Dauer keine geeigneten Lehrkräfte, in einem so kleinen Tal wie Bagrot ist dies tatsächlich eine große Herausforderung. Und auch von Seiten der Gemeinschaft und Eltern war die Unterstützung bisher eher gering. Das gute Beispiel im Dorf Farfui kann hier zu einer veränderten Wahrnehmung beitragen. Unsere Kontaktpersonen in Bagrot bemühen sich um mehr Öffentlichkeit für die Belange benachteiligter Kinder. Für die kleine Gruppe der Gehörgeschädigten ist dies bereits erfolgreich geschehen. Aus dem Bagrot Tal ein herzlicher und vielstimmiger Dank an alle, die Zwergschule für gehörgeschädigte Kinder so uneigennützig unterstützen, ganz besonders an die BBS Heinrich-Haus in Neuwied! Dafür möchte auch ich mich bei allen ganz herzlich bedanken. Jeder Beitrag ist für die Fortführung unverzichtbar.

Ihre und Eure Monika Schneid

Hamburg, im Juli 2014

 

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Projektbericht 2014.pdf